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Bericht zum Klassenzimmerstück „Verminte Zone“
Im Auftrag des Deutschen Theaters Berlin schrieb Pamela Dürr mit „Verminte Zone“ das erste Theaterstück für das Klassenzimmer. Es wurde am 15. Oktober 2009 an der Sophie-Scholl-Oberschule in Berlin uraufgeführt und wurde seitdem schon ca. 30 Mal dargestellt. In den Hauptrollen sind zwei junge Schauspielerinnen Anna von Schrottenberg (Jasna) und Janna Horstmann (Emina). Am 27. Januar 2010 führten sie „Verminte Zone“ auch im Klassenzimmer der FWR 91 vom OSZ Wirtschaft und Verwaltung in Berlin vor.
Das Stück „Verminte Zone“ ist einzigartig. Denn das Team rundum das Stück schafft es, ein gewöhnliches Klassenzimmer in eine Theaterbühne zu verwandeln, es vollkommen auszuschöpfen und zieht dabei seine junge Zuschauerschaft in seinen Bann.
Dabei greift das Klassenzimmerstück zwei wichtige Themen auf: Religion und Toleranz. Es erzählt von der Freundschaft von Emina und Jasna. Beide gehörten unterschiedlichen Religionen an, Emina war Muslimin und Jasna eine Serbin aus Bosnien. Doch verbannt sie eine starke Freundschaft, in der die jeweilige Religionszugehörigkeit toleriert wurde.
Jasna führt das Publikum anhand eines „Vorstellungsgespräch“ durch die einzelnen Etappen ihrer Freundschaft mit Emina. Dabei erfahren die Zuschauer nicht nur die starke Verbindung zweier so unterschiedlicher Menschen, sondern erleben durch zahlreiche Bilder, emotionalen und naiv wirkenden Tafelzeichnungen und Radioberichten, die Schrecken des Bosnienkrieges (1992 – 1995). Dabei bleibt es nicht nur bei genannten Fakten. In diesem Zeitraum ist eine Veränderung in der Freundschaft von Jasna und Emina zu verspüren. Beide entfernen sich, obwohl sie einander brauchen.
Beide verfolgen andere Strategien, um das Geschehen zu verarbeiten. Emina weigert sich stur zu vergessen, verteidigt ihre Ansicht bis zur Ermüdung. Jasna dagegen versucht zu akzeptieren, dass man in manchen Bereichen keine gemeinsame Einigung finden kann, auch in einer Freundschaft nicht.
Scheinen sie sich am Ende wieder zu versöhnen, kann Jasna Emina nicht daran hindern, nach Ende des Krieges, wieder in ihr Land zurückzukehren. Jasna weiß schon vor der schrecklichen Nachricht von der Botschaft, dass sie Emina verloren hat, denn auch nach dem Krieg wird Bosnien eine „Verminte Zone“ bleiben, so wie es zwischen den beiden Freundinnen eine „Verminte Zone“ war.
Im Nachgespräch wurde den Schülern der FWR 91, durch die Theaterpädagogin Aline Chille und den beiden Schauspielerinnen, die Möglichkeit gegeben, das gerade Gesehene zu hinterfragen. Ihre eigene Meinung zu äußern oder weitere Information zu erhalten. In N. Koyuncu Aussage, zu dem Klassenzimmerstück, war eine klare Nachdenklichkeit zu erkennen, als sie über ihre Freundschaft nachdachte: „ Würde bei uns auch so ein Konflikt entstehen? Ich weiß es nicht. [...] Ich kann es nicht beurteilen.“ Da alles noch sehr frisch war, bedurfte es der Verarbeitung des Ereignisses. Daher war das Nachgespräch eher kurzgehalten, lieferte jedoch interessante Informationen, wie das auch in Frankreich, speziell in Paris, ein solches Projekt mit Erfolg durchgeführt wird. Am Ende des Nachgespräches wurde diese neuer Erfahrung mit einem herzlichen Applaus beendet.
„Lässt einen nicht kalt.“ T. Azizi
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